Ratgeber

Möglichkeiten der Luftreinigung – für virenfreie Atemluft

Möglichkeiten der Luftreinigung – für virenfreie Atemluft

Spätestens seit Ausbreitung des Corona-Virus ist das Thema der Raumluftreinigung in aller Munde, denn SARS-CoV-2-Viren werden laut mehreren Studien unter anderem durch ausgeatmete Luft, sogenannte Aerosole, verbreitet. Die spielt vor allem in Räumlichkeiten, in denen sich Menschen für längere Zeit aufhalten, eine große Rolle. Dazu gehören Schulen bzw. Klassenräume, öffentliche Verkehrsmittel, Wartezimmer in Arztpraxen oder auch Supermärkte. Wie kann die Atemluft in solchen Räumen virenfrei gehalten werden? Geht das überhaupt? Der folgende Beitrag bringt Licht ins Dunkle.

Definition: Wie funktioniert Luftreinigung?

Grundsätzlich besteht in allen Situationen, in denen Menschen mit anderen in Kontakt geraten, die Pflicht, Infektionsschutz-Maßnahmen einzuhalten. Dazu gehört vor allem die Einhaltung der AHA-Regeln, also Abstand – Händewaschen – Alltagsmaske.

Um darüber hinaus die Virenkonzentration in Räumlichkeiten zu reduzieren, sollte in diesen in regelmäßigen Abständen eine Frischluftzufuhr erfolgen oder ein Luftaustausch stattfinden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Lüften durch Öffnen von Türen und/oder Fenstern
  2. Lüftung durch sogenannte RLT-, also raumlufttechnische Anlagen

Eine der wirksamsten Methoden der Raumluftreinigung ist das natürliche Lüften, durch das ein Luftaustausch und somit eine Reinigung stattfinden. Das aber setzt voraus, dass ein Raum zum einen durch genügend Fenster und Türen überhaupt belüftet werden kann und es zum anderen die Umstände zulassen, dass in regelmäßigen Abständen frische, oftmals kalte Luft von draußen in dem Raum gelassen wird.

Sprechen die Umstände gegen eine natürliche Lüftung, kann die Luft in Räumlichkeiten durch technische Anlagen gereinigt werden. Räume und Gebäude, die von RLT-Anlagen be- und entlüftet werden, werden allerdings nur dann ausreichend gereinigt, wenn der Frischluftanteil 100 % beträgt oder die Anlage über geeignete Filter verfügt. Viele der RLT-Anlagen verwenden sogenannte F7-Filter, die zur Verwendung von SARS-CoV-2-freier Atemluft nicht geeignet sind. Die Bundesregierung für Arbeit und Soziales empfiehlt hier Abhilfe durch F8-/F9-Filter und zusätzliche HEPA-Filter.

Welche technischen Möglichkeiten zur Raumluftreinigung gibt es?

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher technischer Möglichkeiten, durch die RLT-Anlagen die Atemluft in Räumen reinigen. Jedoch haben nicht alle die gleiche Wirksamkeit, daher muss bei der Anschaffung gut darauf geachtet werden, durch welche Technologie die Anlage Viren aus der Luft filtern will. Die gängigsten Methoden sind diese:

  • Luftreinigung mit HEPA-Filter: HEPA bedeutet „High Efficiency Particulate Air“. HEPA-Filter der Klasse 13 oder 14 sind in der Lage, kleinste mit Viren beladene Tröpfchen aus der Atemluft zu filtern. Dabei sind sie für den Menschen völlig ungefährlich. HEPA-Filter sollten nach EN 1822 und EN 60335-2-69 geprüft sein – diese Angaben finden sich in der Herstellerangaben.
  • Luftreinigung mit UV-C-Licht: Es gibt Luftreiniger, die die Atemluft in Räumlichkeiten durch UV-C-Licht, also ultravioletter Strahlung, unschädlich machen. Dazu müssen aber sowohl Strahlungsintensität als auch -dauer in einer gewissen, recht großen Menge ausgestoßen werden, um die Atemluft wirksam zu reinigen. Da UV-C-Strahlung für menschliche Augen und Haut schädlich ist, muss sichergestellt sein, dass sie keiner direkten Strahlung ausgesetzt sind.
  • Luftreinigung mittels Ozon: Einige Luftfilter reinigen die Atemluft durch Ozon. Zwar werden Viren mittels Ozon in vielen Fällen unschädlich gemacht, allerdings ist Ozon als Reizgas auch für den Menschen gesundheitsschädlich. Das Umweltamt rät daher von Luftreinigern mit Ozon ab.
  • Luftreiniger mit F7/F8/F9 Filter: F-Filter der jeweiligen Klassen sind sogenannte Feinfilter. Sie sind bspw. geeignet, um Feinstaub aus der Luft zu filtern. Um jedoch die Virenlast in der Luft zu reduzieren, reichen sie im alleinigen Einsatz nicht aus.
  • Luftreinigung durch Ionisation bzw. Luftreinigung durch Plasma: Zur Luftreinigung durch Ionisation liegen aktuell nicht genügend Informationen vor, um mit Gewissheit sagen zu können, dass dadurch Viren in der Luft unschädlich gemacht werden können.

Eine RLT-Anlage sollte also immer einen HEPA-Filter beinhalten, um eine ausreichende Wirksamkeit zu erzielen. Weitere Möglichkeiten wie oben beschrieben sind von Raumgröße und Anzahl der Personen abhängig. Können RLT-Anlagen also eine mögliche Infektion in Innenräumen verhindern?

Was braucht ein gutes Luftfiltersystem im Kampf gegen Corona?

Soll ein Luftfiltersystem effizient gegen Coronaviren, Bakterien und schlechte Gerüche wirken, braucht es einen sehr hochwertigen Filter. HEPA-Filter sind derzeit besonders optimal, da sie meist aus mehreren Einzelfiltern mit unterschiedlicher Durchlässigkeit bestehen und so bis zu 99 Prozent der Aerosole und Viren aus der Raumluft filtern können. Ebenso effizient arbeiten Ionisatoren oder UV-C-Geräte.

Tipp: Die Leistungsmerkmale eines wirklich guten Luftfiltersystems sollten immer der Raumgröße entsprechen.

Fazit

Können Raumluftreiniger eine Infektion durch Aerosole wirksam reduzieren?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen und mit gewissen technischen Bestandteilen können Luftreiniger das Ansteckungsrisiko mit Corona oder sonstigen Viren innerhalb eines Raumes stark reduzieren. Jedoch ersetzen RLT-Anlagen, selbst dann, wenn sie geeignete Filter beinhalten, weder das Belüften eines Raumes mit Frischluft noch die Einhaltung der AHA-Regeln. Sie sind somit eine unterstützende, jedoch keine alleinige Maßnahme gegen die ungehinderte Ausbreitung von Viren.