Ratgeber

Was sind Aerosole?

Was sind Aerosole?

Bei Aerosolen (aus dem griechischen „ἀήρ (aēr)“ für Luft und dem lateinischen Wort

Solutio“ für Lösung, handelt es sich um Luftgemische aus festen oder flüssigen Partikeln.

Diese Schwebeteilchen haben unterschiedliche Größen, von einem Nanometer (nm) bis zu mehreren 100 Mikrometern (µm) [1]. Staub zum Beispiel sind Schwebeteilchen die Sie mit bloßem Auge sehen können. Je nach Größe, Beschaffenheit und Luftfeuchtigkeit können Aerosolpartikel länger in der Luft schweben, als es allgemein erwartet wird und somit vielfach für geschockte Gesichter sorgt.

Quelle: Infografik Infektiöse Aerosole in Innenräumen | Umweltbundesamt

In der Grafik können Sie verschiedene Aerosolpartikel – unterschieden nach Größe und Sichtbarkeit – sehen. Partikel mit einer Größe von 100 µm sedimentieren, das bedeutet, sie sinken zu Boden und lagern sich dort ab (aus dem lateinischem „sedimentum“ = Bodensatz). Die Gefahr diese Partikel einzuatmen sinkt im Gegensatz zu lungengängigen Partikeln.

Durch Ihre Leichtigkeit können diese lang genug in der Luft schweben und eingeatmet werden. In der nächsten Abbildung wird die Verweildauer von Aerosolpartikeln unterschiedlicher Größe aufgezeigt. Partikel größer >5 µm sinken innerhalb von 20 Minuten zu Boden. Partikel mit einer Größe kleiner 0,1 µm können jedoch Tage oder Wochen in der Luft schwebend verweilen.

Meist wird dies von betroffenen Personen nicht einmal bemerkt, bis es zu spät ist. In den Medien waren in den letzten Jahren etliche Artikel und Berichte über Feinstaubpartikel durch Abgase von Diesel-Fahrzeugen zu lesen und zu hören. Mit krankmachenden Bakterien, Viren und Keime wie das COVID-19 Virus verhält es sich genauso. Nur das Viren wie COVID-19 bei Menschen mit geschwächter Immunität um vielfaches tödlicher sind, als der Feinstaub durch Verkehrsmittel.

Sie werden öfter in Verbindung mit Krankheiten das Wort „Tröpfcheninfektion“ gehört haben, hierbei handelt es sich streng genommen auch um Aerosolpartikel, die allerdings für das menschliche Auge gerade noch sichtbar sind. Gemeinhin werden Tröpfchen in eine Größenordnung von >5 µm, und jedes Partikel kleiner als Tröpfchen als Aerosolpartikel bezeichnet.

Auf dieser und den folgenden Seiten spielt die Unterscheidung von Tröpfchen und Aerosolpartikel eine untergeordnete Rolle und werden wegen besserer Verständlichkeit unter den Begriff „Aerosolpartikel“ subsumiert.

COVID 19-Viren in der Atemluft

Jeder Mensch emittiert zu jeder Zeit seines Tages Aerosolpartikel, ob beim Sprechen, Singen oder bei körperlicher Ertüchtigung etc. Dies ist ohne größere Anstrengung auch nicht zu vermeiden und in der Regel stellt dies kein ernstes Problem für den menschlichen Organismus da.

Sollte der Mensch allerdings schwache oder keine Abwehrkräfte besitzen, um Viren oder Bakterien bekämpfen zu können, kann es für den Betroffenen äußerst gefährlich werden.

Im Falle von COVID-19 gelangen die Viren in das respiratorische Atmungssystem, binden sich an die Luft in der Lunge und bilden Aerosole. Beim Niesen, zum Beispiel, werden diese ausgeschieden und infizieren direkt einen anderen Menschen oder indirekt, in dem die Schwebeteilchen eingeatmet werden.

Daher wurde vom Staat und den Gesundheitsämtern auch die AHA-Verhaltensregeln angeordnet:

  • Abstand halten
  • Hygiene beachten
  • Alltäglich Maske tragen[1]

Je nach Anzahl der Personen und der Größe der Räumlichkeiten steigt dem entsprechend die Konzentration von Aerosolpartikel in Innenräumen an. Sie können sich das wie in einem Bällebad für Kinder vorstellen. Wie in einem Bällebad werden Sie automatisch mit Aerosolpartikel in Berührung kommen. Selbst wenn Sie sich an die AHA-Regeln halten und den kontaminierten Raum verlassen, können Sie Aerosolpartikel mit sich in den nächsten Raum tragen, dort einen Mensch infizieren und so weiter.

Wie Sie die Luft Ihrer Räumlichkeiten effizient von Aerosolpartikel befreien können, werden wir Ihnen in weiteren Artikeln näher erläutern.

[1] AHA-Formel: Alltagsleben in Coronazeiten – infektionsschutz.de